Zum Buntspecht Tattooblog

Mein Jahr 2019

2019 geht zu Ende und ich möchte das alte Jahr verabschieden indem ich einen wichtigen Vorsatz für das neue Jahr vorwegnehme und umsetze: wieder mehr Blogartikel zu schreiben und den Blog wieder mehr zu pflegen.
Das vergangene Jahr hat mir zeitweise den Boden unter den Füßen weggezogen, im positiven und im negativen Sinn. Wenn viel Stress und noch mehr Herausforderungen und Verpflichtungen zusammen kommen, müssen manche Aufgaben hinten anstehen. Bei mir war das der Blog.

Wie im Jahr 2018 möchte ich auch für dieses Jahr eine kleine Rückschau geben. Am Ende des Jahres 2018 habe ich vermutet und auch gehofft, dass tierschürfende Veränderungen auf mich zukommen. Ich wusste nicht, wie sehr ich in diesem Punkt richtig lag…

Januar
Im Januar 2019 bekam ich die erhoffte Zusage, dass ich das neue und größere Ladenlokal in der Goethestraße 31 in Herdecke anmieten darf. Nachdem wir den ganzen Dezember über zittern mussten, ob die Vermieterin sich wirklich für uns entscheidet, war die Freude natürlich um so größer.

Februar
Eine meiner besten Freundinnen hatte das Glück einen Tattoo-Termin bei Michalina Bolach in Warschau zu ergattern. Ich durfte sie begleiten und so wurde unser Tattoo-Kurztrip nach Warschau das Highlight des Monats Februar über das ich auch einen Blogartikel geschrieben habe.

März
Im März hat Jenny das Tätowieren angefangen. Nach etlichen erfolgreichen Proben auf Kunsthaut war am 28.03. ihr Bruder Jens der erste Kunde, der sich unter Jennys Nadel getraut hat. Inzwischen arbeitet sie absolut selbstständig und auf einem Niveau, das ich nach Jahren des Tätowieren noch nicht erreicht hatte.

Im März absolvierte ich außerdem die lang ersehnte Fortbildung bei Andy Engel in Bayern. Dort wurde ich im Tätowieren von fotorealistisch aussehenden Brustwarzen geschult, sodass ich jetzt offiziell Brustwarzenrekonstruktion als Frenchisenehmer von der Andy Engel BWK GmbH anbieten darf.

Parallel starteten die Renovierungsarbeiten im neuen Studio in Herdecke. Zahlreiche Freunde und Handwerker haben das Unmögliche möglich gemacht und innerhalb kürzester Zeit einen Friseursalon in ein wunderschönes Tattoostudio verwandelt.

April
Auch der April war geprägt von Umbau- und Renovierungsarbeiten. Alles drehte sich um das Studio und die Deadline, die uns im Nacken saß, denn am 01.05.19 sollte die große Neueröffnung statt finden. Dabei wurden wir von immer neuen Katastrophen überrascht. Sei es eine Außenwand, die sich als komplett verschimmelt heraus stellte oder Handwerker, die von einem angenommenen Arbeitsauftrag spontan wieder zurücktraten oder ein Firmenchef, der cholerisch auf der Baustelle eskalierte – wir wurden mit allem irgendwie fertig und das Studio wurde es auch!

Mai
Die Neueröffnung war natürlich das Highlight im Monat Mai. Wir waren gerührt und überwältigt, wie viele Kunden uns aus Herdecke nach Gevelsberg gefolgt sind und uns ihre besten Wünsche zum Neustart mitgegeben haben. Hatten wir vorher ein bisschen Sorge, ob der neue Laden sich trägt und ob uns genug Kunden treu bleiben, so hat uns der Mai diese Angst komplett genommen.

Juni
Im Juni muss ich privat werden. Mein langjähriger Freund, den viele unserer Kunden als unterstützende gute Seele im Studio kennen, trennte sich überraschend von mir. Nun war ich gezwungen, mein Privatleben neu aufzurollen, nachdem im Studio grade wieder sowas wie Alltag eingekehrt war.

Juli
Im Juli sind wir erneut gehackt worden. Diesmal war jedoch nicht die Homepage, sondern die Mailserver betroffen. Die Postfächer wurden mit Porno-Mails geflutet, während Kundenmails größtenteils nicht mehr ankamen und auch unsere Antworten auf die wenigen Kundenmails irgendwo im Nirvana verschwanden. Da ich selbst immer noch in der Verarbeitung der Trennung und im privaten Umzug steckte, konnte ich diesen sehr stressigen Mehraufwand kaum bewältigen und möchte mich an dieser Stelle für euer Verständnis bedanken!

August
Hashtag Hitzefrei… Teilweise war es so heiß bei uns im Studio, dass wir schließen mussten, weil sowohl die Kunden, als auch wir kreislauftechnisch nicht klar kamen… Ich denke seit dem über eine Klimaanlage nach.
Zum Glück hatte die Hitze auch Einfluss auf Jennys Gehirn, sodass sie mutig/fahrlässig/risikobereit genug war, um ihren sicheren Job zu kündigen, um ab September in Vollzeit als Tätowiererin zu arbeiten.

September
Im September hatte ich zwei Wochen Urlaub. Aufgrund der Trennung gab es für mich keine spektakuläre Reise, wie in den vergangenen Jahren. Ein Kurztrip an die Ostsee mit anschließendem Berlinbesuch mit Freunden war aber Ablenkung genug und tat sehr gut. Länger hätte ich auch nicht fern bleiben wollen, denn seit dem 01. September arbeitet Jenny in Vollzeit bei Zum Buntspecht Tätowierungen – ein Traum wurde wahr!
Ende September veranstalteten wir einen kleinen Wohltätigkeit-Walk-In, um uns auf unsere Weise an der Fridays for Future Bewegung beteiligen zu können. Ein Streiktag kam für uns aufgrund feststehender Kundentermine nicht in Frage.

Oktober
Unsere gute Freundin und Kollegin Melina von Schwarzwerk Tätowierungen kam für unseren ersten Halloween-Walk-In aus Essen nach Herdecke. Wir waren als Hexen verkleidet und hatten kiloweise Süßes für die Kinder aus der Nachbarschaft parat. Es war ein rundum gelungener und harmonischer Tag, der nach Wiederholung im nächsten Jahr schreit.

November
Wieder mal kündigen sich Veränderungen bei Zum Buntspecht Tätowierungen an. Aber genau wie im letzten Jahr möchte ich noch nicht zuviel verraten, da noch nichts von meinen Plänen spruchreif ist. Jenny und ich bleiben euch aber auf jeden Fall in Herdecke erhalten!

Dezember
Während ich diesen Artikel schreibe, ist der Dezember noch nicht vorbei und zweieinhalb Arbeitstage liegen noch vor uns. Trotzdem weiß ich schon, welches Event den Dezember prägen wird: unsere betriebsinterne Weihnachtsfeier am 27.12. An diesem Tag werden wir unsere Trinkgeldkasse plündern und sie ihrem dem Namen entsprechenden Zweck zuführen und das Geld vertrinken. An dieser Stelle vielen Dank an alle Kunden, die den ohnehin nicht günstigen Tattoopreisen noch einen draufgesetzt haben 😉

Mein Fazit zu 2019
2018 dachte ich, das arbeitsintensivste Jahr meines Lebens absolviert zu haben – da kannte ich 2019 noch nicht. Ich muss allerdings sagen, dass mir die viele Arbeit nicht viel ausgemacht hat. Die Arbeit hat mich gut von meinem privaten Unglück abgelenkt. Im neuen Jahr stehen dem Hause Buntspecht wieder ein paar Änderungen bevor und ich bin dankbar, für mein erfülltes Berufsleben und meine wunderbaren Kunden! Rutscht gut rein ihr Lieben und besucht uns im Buntspecht. Alles Gute für 2020 wünschen wir euch!

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